Kleines Downloadskript für Mainline-Kernel

Da ich wegen meines Notebooks immer eine aktuelle stabile Vanilla-Version von Linux einsetze, habe ich mir in der Vergangenheit angewöhnt regelmäßig bei „www.kernel.org“ nachzuschauen, welches gerade die aktuellste stabile Linux-Version ist. Danach führte der Weg immer zum Mainline-PPA um dort dann die die Debian-Pakete des Kernels herunterzuladen. Diese sind in der Regel kurz nach der Freigabe einer neuen Version verfügbar. Da ich ein bequemer Mensch bin und mir vor allem das händische Herunterladen irgendwann auf den Geist ging, habe ich ein kleines Skript geschrieben, welches diese Schritte automatisiert:

Das Skript schaut auf der Kernel-Webseite nach, welches die aktuellste stabile Version ist und lädt dann aus dem Mainline-PPA die passenden Dateien herunter für den eingesetzten CPU-Typ herunter. Das Skript hat noch drei Parameter, welche für alle selbsterklärend sind, die schon einmal einen Kernel aus dem Mainline-PPA heruntergeladen haben. Das Skript prüft selbstständig ob die CPU und der Kerneltyp zusammenpassen (z.B. macht es keinen Sinn zu versuchen einen „i386“-Kernel vom Typ „snapdragon“ herunterzuladen. Letzteren gibt es nur für den CPU-Typ „arm64“) und lässt nur den Download einer verfügbaren Kombination zu.

Das Skript ist in Python3 geschrieben und benötigt ein Python-Module, welches aber in allen noch unterstützten Ubuntu und Debian-Versionen vorhanden ist:

sudo apt install python3-lxml

Das Skript habe ich auf Github gehostet: https://github.com/glasen/download_kernel

Direkter Download des Skripts: download_kernel.py

Eine kleine Einführung in die Bioinformatik und warum Linux dort so weit verbreitet ist

Wie ich in meinem Blog irgendwann mal erwähnt habe, studiere ich im Moment Bioinformatik an der THM und JLU in Gießen. Da ich nebenbei auch  noch einen Job in einer der Arbeitsgruppen habe, bekomme ich einen Recht guten Eindruck davon, was aktuell Forschungsgebiet in der Bioinformatik ist und vor allem welche Software und Hardware dort eingesetzt wird. Einen Überblick über beispielsweise die Hardware des Bioinformatikfachbereichs an der THM liefert der z.B. folgende Link:

mni.thm.de: Bioinformatik erweitert Infrastruktur

Ubuntu ist im Bioinformatik-Umfeld sehr weit verbreitet. Ich würde sogar sagen, dass knapp 80% aller Bioinformatiker Ubuntu (Mit verschiedenen Desktops) einsetzen. Der Rest verteilt sich auf Debian und Arch-Linux. Es gibt auch Windows-Nutzer, aber diese sind deutlich in der Unterzahl. Ein sehr nettes Feature seitens Ubuntu und Debian ist die Tatsache, dass nahezu alle wichtigen Bioinformatik-Tools direkt in den Paketquellen vorhanden sind. Das ist auch einer der Hauptgründe für die weite Verbreitung.

Die Bioinformatik ist grundsätzlich sehr Unix-affin. Nahezu alle Server, die irgendwas mit Bioinformatik und verwandten Gebieten zu tun haben, laufen unter einem Unix-System (Heutzutage hauptsächlich eine Linux-Distribution). Und wer tagtäglich auf einem Unix-System unterwegs ist, arbeitet auch privat eher mit so einem System.

„Eine kleine Einführung in die Bioinformatik und warum Linux dort so weit verbreitet ist“ weiterlesen

Intel Management Engine des T460 unter Linux aktualisieren

Letzten Monat wurde eine gravierende Sicherheitslücke in der Intel Management Engine bekannt. Ob das eigene System von der Lücke betroffen ist, kann man mit dem „SA00086 Detection Tool“ überprüfen.

Sollte das Tool eine Meldung ähnlich der folgenden ausspucken, dann ist man erst einmal auf der sicheren Seite:

Based on the analysis performed by this tool: This system is not vulnerable. It has already been patched.

Lenovo hatte recht schnell eine aktualisierte Firmware für das T460 bereitgestellt, aber uns Linux-Benutzer leider außen vor gelassen. Da ich keine Lust hatte nur wegen eines Firmware-Updates ein Windows 10 zu installieren, habe ich die Suchmaschine meines Vertrauens bemüht und nachgeschaut ob es nicht eine Möglichkeit gibt die „Management Engine“ plattformunabhängig zu aktualisieren. Und siehe da, ich bin relativ schnell über einen Thread im Win-Raid-Forum gestolpert, der genau das ermöglicht. Dort gibt es mehrere Links zu Archiven, welche die aktuellsten Versionen der ME-Firmware und diverse Tools zum Flashen der Firmware enthalten.

Anfangs dachte ich noch, dass ich zwingend die UEFI-basierten Tools „MEInfo.efi“ und „FWUpdLcl.efi“ aus dem Archiv für die ME-Version 11 benutzen, ich also EFI-Binärdateien innerhalb einer EFI-Shell ausführen muss (Siehe auch den Info-Kasten am Ende). Interessanterweise sind die gleichen Tools auch in nativen Linux-Versionen in den Archiven vorhanden (Intel denkt also auch an Linux-Benutzer. Nur lässt uns Lenovo im Regen stehen). Mit diesen ist es sehr einfach möglich direkt unter Linux die ME-Firmware zu aktualisieren. Ich habe die zwei notwendigen Dateien „MEInfo“ und „FWUpdLcl“ in ein eigenes Archiv gepackt:

me_tools_11.tar.bz2

Alles was man noch zusätzlich braucht, sind die passenden Firmware-Dateien. Diese bekommt man über den folgenden Link:

Lenovo – Intel Management Engine 11.8 Firmware EXE

Die EXE-Datei muss mit dem Tool „innoextract“ (Unter Ubuntu in den Universe-Quellen, in Debian in Main) entpackt werden:

innoextract r06uj57w.exe

Danach liegen die folgenden Dateien im Verzeichnis „app“ (Die EXE und DLL-Dateien habe ich schon gelöscht):

-rw-r--r-- 1 glasen glasen 2031616 Okt 26 16:56 ME_11.8_Consumer_C0_LP_Production.bin
-rw-r--r-- 1 glasen glasen 7348224 Okt 26 16:56 ME_11.8_Corporate_C0_LP_Production.bin
-rw-r--r-- 1 glasen glasen 1063 Okt 17 11:46 MEUpdate.CMD
-rw-r--r-- 1 glasen glasen 80469 Okt 26 01:13 SLA_TOOLS.pdf

Für das Update benötigt man nur die passende BIN-Datei. Beim T460 muss die „Consumer“-Firmware eingespielt werden. Versucht man es mit der „Corporate“-Firmware, bekommt eine Fehlermeldung:

Error 8746: Firmware update not initiated due to invalid image length

Zum Durchführen des Updates benötigt man noch die „OEM ID“. Diese kann man entweder über das Tool „MEInfo“ auslesen oder aus der Datei „MEUpdate.CMD“ übernehmen (Beide sind identisch):

sudo ./MEInfo -feat „OEM ID“

Intel(R) MEInfo Version: 11.8.50.3425
Copyright(C) 2005 – 2017, Intel Corporation. All rights reserved.

Driverless mode

OEM ID: 4c656e6f-766f-0000-0000-000000000000

Ab hier wird es gefährlich. Wer sich nicht 100% sicher ist, was er tut, sollte von dem Update die Finger lassen oder dieses über eine Windows-Installation durchführen. Bei mir hat es bei meinem T460 problemlos geklappt, aber ich spreche trotzdem eine Warnung aus!

Das Firmware-Update wird über den folgenden Befehl angestoßen:

sudo ./FWUpdLcl -F app/ME_11.8_Consumer_C0_LP_Production.bin -OEMID 4C656E6F-766F-0000-0000-000000000000 -allowsv

Die Ausgabe sollte dann nach einem erfolgreichen Update so ausschauen:

Intel (R) Firmware Update Utility Version: 11.8.50.3425
Copyright (C) 2007 – 2017, Intel Corporation. All rights reserved.

Communication Mode: MEI
Checking firmware parameters…

Warning: Do not exit the process or power off the machine before the firmware update process ends.
Sending the update image to FW for verification: [ COMPLETE ]

FW Update: [ 100% (|)]Do not Interrupt
FW Update is completed successfully.

Danach muss das System nur noch neu gestartet werden und die Firmware der „Management Engine“ ist auf dem aktuellsten Stand.

Im Thread im Win-Raid-Forum gibt es noch Updates für ältere ME-Versionen und auch die passenden Tools. Ich habe z.B. mein Haswell-basiertes Desktop-System mit diesen auf den aktuellsten Stand gebracht. Leider gibt es nur für die ME-Version 11 Linux-Versionen der Tools. Unter den älteren Versionen muss man auf die UEFI-Binaries ausweichen, was den Einsatz einer EFI-Shell erforderlich macht. Ich hatte diese Vorgehensweise als erstes getestet, da ich den Verlust eine 40€ Motherboards eher verkraften kann, als den eines teuren Notebooks.

Die Vorgehensweise lässt sich grundsätzlich auf andere Hersteller übertragen. Man benötigt nur die passende Version der „ME“-Firmware und die passenden Versionen der Tools

Upgrade von Ubuntu 16.04 auf Debian 9

Heute habe ich mal ein kleines (größeres?) Experiment gewagt und meinen Root-Server von Ubuntu 16.04 auf Debian 9 aktualisiert. Und siehe da:

Experiment geglückt, das Upgrade lief nach ein wenig Handarbeit vollkommen problemlos:

  1. Ich musste vor dem Upgrade meine Installation von MySQL auf MariaDB umstellen, da Debian 9 nur noch MariaDB anbietet. Das war ein wenig Konsolenarbeit mit Hilfe von „mysqldump“ und der MySQL-Konsole angesagt. Da ich eh schon seit Ewigkeiten auf MariaDB wechseln wollte, war das grundsätzlich keine zusätzliche Arbeit.
  2. Ich musste händisch das Paket „debian-archive-keyring“ von Debian 9 installieren, damit das Paketmanagement mich überhaupt Debian-Pakete installieren lies.
  3. Während des Upgrade-Vorgangs gab es einen Fehler wegen eines Konflikts zwischen zwei verschiedenen Paketen (Unter Ubuntu liegt eine Datei in einem anderen Paket als unter Debian). Ein „apt install -f“ hat das aber sofort behoben. Ansonsten gab es keine Unterbrechungen außer dem üblichen Nachfragen wegen geänderter Konfigurationsdateien.
  4. Dovecot hat keine Unterstützung für SSLv2 mehr. Ich musste also die Konfigurationsdatei von Dovecot entsprechend anpassen.
  5. Es gab etwa ein Dutzend Pakete (z.B. „libfontconfig1“ ), welche eine höhere Versionsnummer unter Ubuntu 16.04 haben als unter Debian 9. Diese musste ich händisch downgraden.
  6. Ich musste ein paar Dateien bezüglich „motd“ und „issue“ entfernen, damit sich mein System auch als Debian 9 zu erkennen gibt (Im Grunde nur Kosmetik)

Wie schon geschrieben, das Experiment ist geglückt und auf meinem Root-Server läuft jetzt Debian 9.

Warum das ganze? Ich wollte es einfach mal ausprobieren ob sowas überhaupt möglich ist. Wenn es schief gegangen wäre, hätte ich einfach ein Backup eingespielt und ich hätte nur etwas Freizeit vergeudet.

Firefox unter Ubuntu vernünftige Schriften beibringen

Mit der Freigabe von Freetype 2.7, kam bei mir wieder das Thema Schriftdarstellung unter Linux in den Focus. Ich hatte vor Jahren auf meinem alten, stillgelegten Blog das Thema schon einmal behandelt. Dieser Artikel ist eine Überarbeitung des alten Artikels von 2010:

Vor ein paar Jahren (2009) fragte ein Webdesigner im Forum von ubuntuusers.de nach Screenshots seiner Website (Der Link benötigt einen Account bei Ubuntuusers.de, da der Thread in der „Lounge“ liegt) welche mit Linux-Browsern aufgerufen wurde. In einem anderen Thread wurde vom gleichen Webdesigner nachgefragt welche Schriftarten standardmäßig unter den diversen Linux-Distributionen installiert sind bzw. mit welchen man in Normalfall immer rechnen kann. Daraus entwickelte sich eine Diskussion über gutes Webdesign bzw. die Abhängigkeit eines Webdesigners von den vorhandenen Schriftarten.

Das Problem ist seit der Einführung von Webfonts grundsätzlich nicht mehr so stark ausgeprägt, da ein Webdesigner heutzutage einfach per CSS und/oder Javascript fehlende Schriftarten nachladen lassen kann. Aber nicht jede Webseite bindet Webfonts ein, da viele Webdesigner immer noch davon ausgehen, dass Besucher der Seite entweder Windows oder OSX benutzen (Was oft heißt entweder „Helvetica (Neue)“ oder „Arial“ vorzugeben).

Ich hatte im Forum eine kurze Erklärung verfasst, warum manche Webseiten unter Linux sehr oft recht bescheiden ausschauen (Komische Schrift, zerrissenes Layout usw.) und wie man dieses Problem recht einfach beseitigen kann (Aus Nutzer -und aus Webdesignersicht).

Wie wählt mein Browser die Schriftarten aus?

Zuerst möchte ich die Grundlagen, wie ein Browser unter Linux seine Schriftarten auswählt, erläutern:

Jeder moderne Browser bietet in seinen Konfigurationsdialogen eine Möglichkeit an die Schriften, welche zum Darstellen der Webseiten benutzt werden sollen, auszuwählen. In den meisten Fällen beschränkt sich die Auswahl auf drei Möglichkeiten :

  • Serif
  • Sans Serif
  • Monospace

Ersteres sind Serifenschriften (z.B. Times New Roman, Liberation Serif, Courier, usw.)  des weiteren Schriften ohne („sans“) Serifen (z.B. Arial, Liberation Sans, Helvetica, usw.) und und am Ende Schriften mit fester Buchstabenbreite (z.B. Courier New, Liberation Mono, usw.). Zusätzlich lässt sich noch die Größe der Schriften und die Minimalgröße der Schriften festlegen.

Warum zeigt mir der Browser dann trotz allem einige Seiten mit einer anderen Schrift an?

Hier kommt nun ein Element von HTML bzw. CSS ins Spiel :

Wird im HTML-Code explizit eine bestimmte Schriftart vorgegeben (z.B. „Liberation Sans“ auf ubuntuusers.de), übergeht der Browser die vorgegebenen Schriftarten und benutzt die im HTML-Code angegebenen. Hier ein Beispiel wie ein „font-family“-Eintrag oft ausschaut:

font-family: "Helvetica","Arial",sans-serif;

Zuerst versucht der Browser die Seite mit der Schriftart “Helvetica” anzuzeigen. Falls diese nicht vorhanden ist, soll “Arial” benutzt werden. Falls diese wiederum nicht vorhanden ist soll die im Browser unter “sans-serif” vorgegebene Schriftart benutzt werden.

Warum sieht dann stellenweise die Schrift in meinen Browser immer noch so bescheiden aus?

Jetzt könnte man als Benutzer meinen das alles in Butter ist. In der Regel hat man ja auch unter Linux  bzw. Ubuntu die Windows-Schriftarten und damit “Arial” installiert (z.B. durch das Paket “msttcorefonts” bzw. “ttf-mscorefonts-installer”). Leider ist das nicht immer der Fall. So ist z.B. in der Grundinstallation der meisten Distributionen aus Lizenz-technischen Gründen dieses Paket nicht enthalten. Normalerweise wäre auch das kein Problem, da der Browser im Zweifelsfall einfach die unter “sans-serif” angegebene Schriftart benutzt. In der Auswahl der Schriften im Browser taucht ja kein „Helvetica“ auf, also ist diese auch nicht auf dem System vorhanden.

Jedoch besitzen alle Linux-Distributionen ein Schrift-Konfigurationssystem namens “Fontconfig”, welches dafür sorgt das das System auch bei  nicht vorhandenen Schriftarten eine (mehr oder weniger) fehlerfreie Ausgabe auf dem Bildschirm liefert. Dieses lässt sich sehr flexibel anpassen, hat in der Grundkonfiguration aber eine, gelinde gesagt, hirnrissige Einstellung, welche für die schlechte Darstellung der Schriften sorgt:

Fontconfig substituiert die fehlende Schriftart „Helvetica“ standardmäßig mit der Postscript-Schriftart „Nimbus Sans L„. Da CUPS als Abhängigkeit Ghostscript definiert und letztere diese Schriftart als Abhängigkeit mitbringt, ist die Schrift so gut wie immer installiert (Außer man verzichtet auf CUPS). Da die Schriftart “Helvetica” somit vorhanden ist, gibt es auch kein Ausweichen auf „Arial“ oder “sans-serif”.

Unter Fontconfig ist zusätzlich noch eine Substituierung von „Arial“ eingestellt. Standardmäßig wird beim Nichtvorhandensein diese gegen „DejaVu Sans“ ersetzt. Diese entspricht von der Schrifthöhe -und Breite nicht Arial, wodurch Webseiten die Standardmäßig „Arial“ einsetzen eine größere Darstellung des Inhaltes haben.

Und „Nimbus Sans“ ist nicht gerade für ihr gutes Aussehen auf Bildschirmen bekannt („Nimbus Sans“ ist als Druckerschriftart entwickelt worden). Die meisten Benutzer greifen dann einfach zur Radikalmethode und verbieten dem Browser per Konfigurationsoption das Benutzen aller anderen Schriftarten. Doch es geht auch eleganter:

Fontconfig die “Nimbus Sans”-Schriftart abgewöhnen

Um Fontconfig, Firefox und allen anderen Anwendungen das Ersetzen der Schriftart “Helvetica” gegen “Nimbus Sans” abzugewöhnen, ohne die Schriften löschen oder den Browser umkonfigurieren zu müssen, gibt es eine relativ einfache Methode:

Man ersetzt einfach alle Vorkommen von “Nimbus” in den Dateien unter “/etc/fonts/conf.avail” gegen eine andere Schriftart (z.B. „Liberation Sans“). Unter Ubuntu kommt dieser Name nur in drei Dateien vor (Bei anderen Distributionen sollten die Dateinamen und Vorkommen identisch sein):

  • 30-metric-aliases.conf
  • 45-latin.conf
  • 60-latin.conf

Um die Sache etwas zu vereinfachen, biete ich die geänderten Dateien zum Download an :

fontconfig.tar.bz2

Im TAR-Archiv sind die drei oben genannten Dateien enthalten (Eben nur mit den Liberation Fonts als Fallback) sowie ein kleines Skript, welches mit Root-Rechten ausgeführt werden muss. Dieses legt mit Hilfe von „dpkg-divert“ eine Umleitung der Original-Dateien und und kopiert die neuen Dateien dann nach „/etc/fonts/conf.avail“. Die Umleitung ist deshalb notwendig, da bei jedem möglichen Update des Fontconfig-Pakets ansonsten die Änderungen verloren gehen würden. So schreibt der Paketmanager die Änderungen in die umgeleiteten Original-Dateien und lässt die veränderten Dateien in Ruhe.

Startet man jetzt den Browser neu bzw. loggt sich neu ein, wird die Schriftart “Nimbus Sans” nicht mehr als Ersatz für den Schrifttyp “Helvetica” verwendet, sondern “Liberation Sans”. Die Schrift ist quasi eine Kopie von „Arial“, welches selbst eine (dreiste) Kopie von „Helvetica“ ist und entspricht fast 100% dem Schriftbild (Breite und Höhe) dem Vorbild.

Somit benutzen Firefox und andere Browser endlich vernünftige Bildschirmschriften und man muss sich als Benutzer nicht mehr mit einem schlechten Schriftbild herumärgern.

Update: Thinkpad T460 und Ubuntu 16.04

Ich habe in den letzten Tagen ein wenig mit aktuelleren Kernel-Versionen herumexperimentiert. Dabei hat sich für mich herauskristallisiert, dass der DRM-Intel-Nightly-Kernel aus dem Ubuntu-Mainline-PPA die Grafik-Glitches beseitigt und zudem die Laufzeit noch ein wenig erhöht, da die Stromspareigenschaften des Systems noch besser genutzt werden.

Ich benutze aktuell die Version vom 07. Mai und bin bisher auf keine Probleme gestoßen.

Es gibt nur eine Einschränkung bei der Verwendung des obigen Kernels:

Man benötigt zwingend eine aktuellere Version des „linux-firmware“-Pakets, da der i915-Treiber eine aktuellere Version der Skylake-Firmware benötigt.

 

Thinkpad T460 und Ubuntu 16.04

Thinkpad T460Nach einem mehrjährigen Abstecher in die Mac-Welt (MacBook Air 13 seit Mitte 2013) bin ich am Montag mit meinem neuen Thinkpad T460 wieder in die „normale PC-Welt“ zurückgekehrt.

Das Thinkpad enthält sehr viele aktuelle Technik (Skylake-CPU, NVMe SSD, usw.) und wie fast jeder Linux-Benutzer weiß, sind aktuelle PC bzw. Notebook-Technik und Linux eigentlich keine gute Kombination (In diesem Fall ist das Notebook erst seit Mitte März auf dem Markt).

Trotzdem habe ich mir das Gerät zugelegt, da es sich im Gegensatz zu anderen „Ultrabooks“ gut aufrüsten lässt (Zwei DDR3L-Steckplätze) und als Business-Notebook einige nette Features enthält (Zwei Akkus (Einer intern fest verbaut, einer ist zum Wechseln), Docking-Anschluss, langer Ersatzteil-Support, mattes Display) und zudem spottbillig war (Gemessen an der Ausstattung). Als Student, Schüler oder Lehrer bekommt man die 1400€-Variante mit 256GB NVMe SSD, 8GB RAM und mattem FullHD-IPS-Display in diversen Online-Shops für knapp 900€. Das kein Betriebssystem mitgeliefert wird, spielte für mich keine Rolle.

Jedenfalls hatte ich erst ein paar Bauchschmerzen ob es mir überhaupt gelingen würde Linux bzw. Ubuntu 16.04 sauber zum Laufen zu bekommen. Meine Befürchtungen waren grundsätzlich unbegründet:

Alles was an Hardware verbaut ist funktioniert OotB. Ubuntu 16.04 lies sich völlig problemlos installieren und starten, nur für den Fingerabdruck-Scanner muss man ein zusätzliches PPA einrichten. Auf diesen habe ich aber verzichtet, da es in meinen Augen schneller geht sein Passwort einzugeben als den Finger jedes Mal über den Scanner zu ziehen.

Einige Benutzer haben sich im Zusammenhang mit Ubuntu 16.04 und dem HDMI-Anschluss über abstürzende Systeme beschwert. Ich konnte diesen Fehler nicht nachvollziehen. Vielleicht wurde er mit einem Kernel-Update in der Zwischenzeit gefixt (Ich habe aus den Proposed-Quellen die Version 4.4.0-22 installiert). Den Display-Port-Anschluss habe ich noch nicht getestet.

Das wichtigste überhaupt:

Die Akkulaufzeit ist sehr gut. Laut PowerTop benötigt das Notebook ca. 3,5W im Idle-Modus und installiertem TLP. Durch die beiden 23Wh-Akkus ist eine Laufzeit von über 12h möglich, realistisch sind aber eher 6-7h (Vor allem beim Einsatz von IntelliJ IDEA) Einen Tag an der Hochschule hält das Notebook auf jeden Fall locker durch.

Der Standby-Modus funktioniert ebenfalls problemlos. Nur hin und wieder muss der WLAN-Treiber händisch nach dem Aufwachen Ent -und Wiedergeladen werden, da der NetworkManager keine Netzwerke mehr findet bzw. eine Verbindung aufbaut, aber keine Netzwerke mehr anzeigt. Diesen Mechanismus versuche ich gerade zu automatisieren, damit dieser Schritt bei jedem Schlafenlegen und Aufwachen durchgeführt wird.

Das einzige Manko stellt der GNOME-Power-Manager dar, der immer nur die Restlaufzeit eines Akkus anzeigt. Dadurch bekommt man immer wieder den Eindruck, dass der Rechner mehr Strom verbraucht bzw. die Laufzeit kürzer als es tatsächlich der Fall ist. Es wird nämlich immer zuerst ein Akku komplett geleert bevor der andere an der Reihe ist. Leider kapiert das G-P-M nicht, weshalb man tunlichst vermeiden sollte, das automatische Herunterfahren bei niedrigerem Akkustand ausschalten.

Das einzig echte Problem sind die hin und wieder auftauchenden Grafik-Glitches (Bildschirm zuckt kurz), welche aber nur im Akkumodus auftauchen. Damit kann ich aber leben, da sie wirklich nur selten und kurz auftreten und dadurch nicht wirklich stören.

Alles in allem war das Notebook ein perfekter Kauf für mich und ich muss nicht auf Windows ausweichen um das Notebook vernünftig benutzen zu können.

Firefox 46 unter Linux standardmäßig als Gtk3-Build

Nach Jahren des Wartens wird seit Firefox 46 endlich standardmäßig Gtk3 als Toolkit benutzt. Dadurch passt sich Firefox besser an moderne Oberflächen an und benutzt z.B. die integrierten Scrollbars von Gtk3. Zusätzlich scheint Firefox ein wenig performanter in der Grafikdarstellung geworden zu sein, wobei das ein rein subjektiver Eindruck meinerseits ist.

Neben dem offiziellen Paket von der Mozilla-Seite wird in allen noch unterstützten Ubuntu-Versionen (14.04, 15.10 & 16.04) Firefox 46 ebenfalls als Gtk3-Build ausgeliefert.

Leider hat es die Multiprozess-Architektur noch nicht in Firefox 46 geschafft. Diese soll ab Version 48 dann für alle Benutzer aktiviert werden.

Kurztipp: Fehlende deutsche Übersetzung von Evolution 3.18

Ich benutze schon seit Jahren Evolution als E-Mail bzw. Groupware-Client. Leider fehlt in Ubuntu 16.04 seit einigen Wochen die deutsche Übersetzung des Programms.

Da eine Besserung im Moment noch nicht in Sicht ist, habe ich kurzerhand diese händisch „nachgerüstet“.

Ich habe aus dem GNOME3-Staging-PPA das „evolution-common“-Paket für Wily heruntergeladen und daraus die Datei „evolution-3.18.mo“ extrahiert und danach händisch nach „/usr/share/locale-langpack/de/LC_MESSAGES“ kopiert. Danach musste ich nur noch die Dateirechte anpassen.

Danach ist Evolution wieder auf Deutsch.

Unity in Ubuntu 16.04 erlaubt Verschieben der Dash

Seit heute (18.03.16) ist es (endlich) möglich die Dash von Unity an den unteren Rand des Bildschirms zu bewegen. Im Moment funktioniert das nur durch das Setzen eines dconf-Eintrages mit Hilfe von „gsettings“ oder dem „dconf-editor“:

gsettings set com.canonical.Unity.Launcher launcher-position "Bottom" # Setzt den Launcher nach unten
gsettings set com.canonical.Unity.Launcher launcher-position "Left" # Setzt den Launcher nach links

Im Moment ist die Unity-Version (7.4.0+16.04.20160318-0ubuntu1) noch in den Proposed-Quellen von Xenial, wird aber mit ziemlicher Sicherheit spätestens in ein paar Tagen auch in die offiziellen Quellen aufgenommen.

Unity mit Dash am unteren Rand