Tipps für das Thinkpad T460 und Ubuntu 16.04

Nach einigen Wochen mit dem Thinkpad T460 und Ubuntu 16.04, habe ich meine Probleme mit dem Notebook komplett lösen können.

Dazu benötigt es vier Dinge:

  1. Mindestens die Kernelversion 4.7.0rc7 aus dem Mainline-PPA
  2. Eine aktuellere Version des „linux-firmware“-Pakets, da der i915-Treiber eine aktuellere Version der Skylake-Firmware benötigt.
  3. Das Paket „TLP“

Zusätzlich habe ich die Proposed-Quellen aktiviert, um schneller Bugfixes zu erhalten.

Ich habe ich noch eine Datei names „iwl.conf“ im Verzeichnis „/etc/modprobe.d“ erstellt und mit folgendem Inhalt gefüllt:

options iwlwifi power_save=1 power_level=5

Durch diese kleine Maßnahme sinkt das Stromverbrauch der WLAN-Karte um einiges gesunken und ich erreiche dadurch im Alltagsbetrieb Laufzeiten von mehr als 8h.

Ich habe außerdem noch das oibaf-PPA aktiviert, welches Git-Versionen des Intel-Grafikktreibers und des Mesa-Stacks enthält. Dieses sollte man nur aktivieren, wenn bereit ist auch mal kleinere Fehler im Mesa-Stack zu akzeptieren. Ich benutze es seit einigen Wochen und bisher hatte ich noch keine Probleme (Alles läuft stabil, auch solche Brocken wie MOE).

Thinkpad T460 und Ubuntu 16.04

Thinkpad T460Nach einem mehrjährigen Abstecher in die Mac-Welt (MacBook Air 13 seit Mitte 2013) bin ich am Montag mit meinem neuen Thinkpad T460 wieder in die „normale PC-Welt“ zurückgekehrt.

Das Thinkpad enthält sehr viele aktuelle Technik (Skylake-CPU, NVMe SSD, usw.) und wie fast jeder Linux-Benutzer weiß, sind aktuelle PC bzw. Notebook-Technik und Linux eigentlich keine gute Kombination (In diesem Fall ist das Notebook erst seit Mitte März auf dem Markt).

Trotzdem habe ich mir das Gerät zugelegt, da es sich im Gegensatz zu anderen „Ultrabooks“ gut aufrüsten lässt (Zwei DDR3L-Steckplätze) und als Business-Notebook einige nette Features enthält (Zwei Akkus (Einer intern fest verbaut, einer ist zum Wechseln), Docking-Anschluss, langer Ersatzteil-Support, mattes Display) und zudem spottbillig war (Gemessen an der Ausstattung). Als Student, Schüler oder Lehrer bekommt man die 1400€-Variante mit 256GB NVMe SSD, 8GB RAM und mattem FullHD-IPS-Display in diversen Online-Shops für knapp 900€. Das kein Betriebssystem mitgeliefert wird, spielte für mich keine Rolle.

Jedenfalls hatte ich erst ein paar Bauchschmerzen ob es mir überhaupt gelingen würde Linux bzw. Ubuntu 16.04 sauber zum Laufen zu bekommen. Meine Befürchtungen waren grundsätzlich unbegründet:

Alles was an Hardware verbaut ist funktioniert OotB. Ubuntu 16.04 lies sich völlig problemlos installieren und starten, nur für den Fingerabdruck-Scanner muss man ein zusätzliches PPA einrichten. Auf diesen habe ich aber verzichtet, da es in meinen Augen schneller geht sein Passwort einzugeben als den Finger jedes Mal über den Scanner zu ziehen.

Einige Benutzer haben sich im Zusammenhang mit Ubuntu 16.04 und dem HDMI-Anschluss über abstürzende Systeme beschwert. Ich konnte diesen Fehler nicht nachvollziehen. Vielleicht wurde er mit einem Kernel-Update in der Zwischenzeit gefixt (Ich habe aus den Proposed-Quellen die Version 4.4.0-22 installiert). Den Display-Port-Anschluss habe ich noch nicht getestet.

Das wichtigste überhaupt:

Die Akkulaufzeit ist sehr gut. Laut PowerTop benötigt das Notebook ca. 3,5W im Idle-Modus und installiertem TLP. Durch die beiden 23Wh-Akkus ist eine Laufzeit von über 12h möglich, realistisch sind aber eher 6-7h (Vor allem beim Einsatz von IntelliJ IDEA) Einen Tag an der Hochschule hält das Notebook auf jeden Fall locker durch.

Der Standby-Modus funktioniert ebenfalls problemlos. Nur hin und wieder muss der WLAN-Treiber händisch nach dem Aufwachen Ent -und Wiedergeladen werden, da der NetworkManager keine Netzwerke mehr findet bzw. eine Verbindung aufbaut, aber keine Netzwerke mehr anzeigt. Diesen Mechanismus versuche ich gerade zu automatisieren, damit dieser Schritt bei jedem Schlafenlegen und Aufwachen durchgeführt wird.

Das einzige Manko stellt der GNOME-Power-Manager dar, der immer nur die Restlaufzeit eines Akkus anzeigt. Dadurch bekommt man immer wieder den Eindruck, dass der Rechner mehr Strom verbraucht bzw. die Laufzeit kürzer als es tatsächlich der Fall ist. Es wird nämlich immer zuerst ein Akku komplett geleert bevor der andere an der Reihe ist. Leider kapiert das G-P-M nicht, weshalb man tunlichst vermeiden sollte, das automatische Herunterfahren bei niedrigerem Akkustand ausschalten.

Das einzig echte Problem sind die hin und wieder auftauchenden Grafik-Glitches (Bildschirm zuckt kurz), welche aber nur im Akkumodus auftauchen. Damit kann ich aber leben, da sie wirklich nur selten und kurz auftreten und dadurch nicht wirklich stören.

Alles in allem war das Notebook ein perfekter Kauf für mich und ich muss nicht auf Windows ausweichen um das Notebook vernünftig benutzen zu können.

Kurztipp: Fehlende deutsche Übersetzung von Evolution 3.18

Ich benutze schon seit Jahren Evolution als E-Mail bzw. Groupware-Client. Leider fehlt in Ubuntu 16.04 seit einigen Wochen die deutsche Übersetzung des Programms.

Da eine Besserung im Moment noch nicht in Sicht ist, habe ich kurzerhand diese händisch „nachgerüstet“.

Ich habe aus dem GNOME3-Staging-PPA das „evolution-common“-Paket für Wily heruntergeladen und daraus die Datei „evolution-3.18.mo“ extrahiert und danach händisch nach „/usr/share/locale-langpack/de/LC_MESSAGES“ kopiert. Danach musste ich nur noch die Dateirechte anpassen.

Danach ist Evolution wieder auf Deutsch.

Unity in Ubuntu 16.04 erlaubt Verschieben der Dash

Seit heute (18.03.16) ist es (endlich) möglich die Dash von Unity an den unteren Rand des Bildschirms zu bewegen. Im Moment funktioniert das nur durch das Setzen eines dconf-Eintrages mit Hilfe von „gsettings“ oder dem „dconf-editor“:

gsettings set com.canonical.Unity.Launcher launcher-position "Bottom" # Setzt den Launcher nach unten
gsettings set com.canonical.Unity.Launcher launcher-position "Left" # Setzt den Launcher nach links

Im Moment ist die Unity-Version (7.4.0+16.04.20160318-0ubuntu1) noch in den Proposed-Quellen von Xenial, wird aber mit ziemlicher Sicherheit spätestens in ein paar Tagen auch in die offiziellen Quellen aufgenommen.

Unity mit Dash am unteren Rand