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SuperMeatboy und Intel-Grafik

Im Rahmen des gerade aktuellen Humble Indie Bundles #4 wurde das (meiner Meinung nach) geniale, aber auch bockschwere, Jump’n Run-Spiel “SuperMeatboy” auch endlich für Linux freigegeben. Leider stand unter den Systemanforderungen zu diesem Spiel folgende Aussage:

“Graphics: Does not work with Intel Integrated Graphics”

bzw. dann später

“Graphics: May not work with Intel Integrated Graphics”

Da ich ein Mensch bin, der Hardwareanforderungen nicht immer sofort Glauben schenkt, habe ich das Spiel trotzdem mal auf meinem Notebook (Dell Latitude D830 mit einem Intel X3100-Grafikchip) ausprobiert. Leider lies sich das Spiel gar nicht erst starten und verabschiedete sich immer mit der folgenden Fehlermeldung:

Fatal Error: MojoShader compile failed!

Da ich mich nicht mit dieser Situation abfinden wollte (Dazu ist das Spiel einfach zu gut), habe ich mir mal die Mailingliste des Spiels unter icculos.org zu Gemüte geführt. Und siehe da, dass Spiel scheint doch auf Systemen mit Intel-Grafikchips zu laufen. Jedenfalls meldete ein Benutzer, dass er keine Probleme hat das Spiel unter Fedora zu starten, während andere unter Ubuntu keinen Erfolg hatten. Nach ein wenig diskutieren, fand dann ein Teilnehmer der Diskussion den Grund dafür heraus:

Unter Fedora wird die Mesa-Bibliothek schon seit einer ganzen Weile mit der Option “–disable-asm” kompiliert, da diese Option anscheinend zu Fehlern geführt hat. Hier der dazugehörige Kommentar aus der spec-Datei der Fedora-Version von Mesa:

“i do not have words for how much the assembly dispatch code infuriates me”.

Da Fedora die Option schon eine Weile einsetzt und bisher niemand einen Nachteil entdeckt hat (Wie z.B. verringerte OpenGL-Geschwindigkeit), konnte es nicht schaden die Option auch mal unter Ubuntu zu testen. Dazu habe ich eine eigene Version von Mesa mit der Option gebaut und auf meinen Notebook installiert. Und siehe da, SuperMeatboy läuft auf einmal und das auch noch fehlerfrei:

Damit nicht nur ich in den Genuss dies Spiel kommen kann, habe ich die angepasste Version der Mesa-Bibliothek mal in mein Intel-Treiber-PPA hochgeladen. Momentan gibt es die angepasste Version nur für Ubuntu 11.10. Die Mesa-Version ist zusätzlich von mir auf die aktuellste Bugfix-Version 7.11.2 aktualisiert worden. Diese ist 100% kompatibel zur Original-Version aus Ubuntu 11.10. Zusätzlich zu Mesa habe ich noch die S3-Texturkompression-Bibliothek “libtxc-dxtn” in das PPA hochgeladen. Diese wurde als empfohlene Abhängigkeit von Mesa definiert, da sie nicht zwingend zum Betrieb von Mesa notwendig ist, deren Installation aber auch nicht schadet. Ich habe diesen Schritt gemacht, da einige Spiele unter Linux diese Bibliothek zwingend benötigen (z.B. “Braid”), wenn man die freien Grafiktreiber einsetzt.

Um die aktualisierte Mesa-Version, zusammen mit der aktuellsten Version des Intel-Grafiktreiber und der libdrm einzuspielen, sind folgende Kommandos notwendig:

sudo add-apt-repository ppa:glasen/intel-driver
sudo apt-get update && sudo apt-get dist-upgrade

Danach sollte man unbedingt seinen Rechner neu starten um, damit das System auch alle aktualisierten Bibliotheken und Treiber benutzt.

Ich habe das Spiel mit der aktualisierten Version von Mesa auf einem Rechner mit einer Radeon HD4650 und dem freien ATI-Treiber getestet. Mit der angepassten Version von Mesa lässt sich das Spiel ebenfalls problemlos starten und spielen. Ohne die angepasste Mesa-Version kommt dort ebenfalls der oben genannte Fehler.

LinuxMint und das Banshee-Amazon-Plugin – 2. Update

Die ganze Sache entwickelt sich langsam zu einer unendlichen Geschichte.

Gestern hatte ich ja ein Update zu meinen ersten Artikel veröffentlicht, in welchem ich Clems Kommentar zitierte und mich für meinen ersten Artikel entschuldigte. Darin schrieb ich, dass die Original-Affiliate-URL in Banshee nicht funktioniert und es deshalb im Grunde egal ist, wer die Einnahmen bekommt (Grob zusammengefasst).

Kurz darauf hat “der_alex1980″ auf den Kommentar Clems geantwortet und zusätzlich in der Ubuntuusers-Diskussion erklärt, dass die URL doch nicht defekt ist, man sie aber nicht direkt in einem Browser aufrufen kann, weil dazu noch ein kleines Skript notwendig ist.

Die URL ohne dieses Skript erzeugt nur eine Felhermeldung. Zusammen mit dem Skript funktioniert (Was Banshee über das Plugin erledigt) das Einkaufen über die verschiedenen Länder aber fehlerfrei.

Zusätzlich stellte sich heraus, dass das einfache Umbieten der URL seitens Clem nicht sauber funktioniert, weil er zusätzliche benötigte Skript nicht einsetzt. Dadurch bekommt Clem nur dann Geld, wenn ein Benutzer aus der USA über das Plugin einkauft. Benutzer aus anderen Länder generieren dagegen keinen Umsatz. So ist es auch kein Wunder, dass nicht einmal $4 an Umsatz zusammengekommen sind.

Die ganze Situation wirft dann doch ein paar Fragen auf:

Testet Clem seine Änderungen eigentlich wirklich, bevor er sie veröffentlicht? Und weiß er wirklich was er tut? Ich meine wenn er wirklich gewusst hätte, was er da tut, dann wäre der Bug unter LinuxMint mit dem einzelnen Länder-Stores von Amazon nicht aufgetreten und es wären mit ziemlicher Sicherheit ein paar Dollar mehr an Umsatzbeteiligung zusammengekommen. Das Banshee-Projekt selbst spricht von einer Größenordnung von $10000 dieses Jahr.

Auf jeden Fall ist die ganze Situation ein wenig suspekter als Clem es in seinem Kommentar selbst dargestellt hat. Vor allem lässt die niedrige Summe dann schon Zweifel aufkommen, ob LinuxMint tatsächlich soviele Benutzer hat, wie es immer dargestellt wird.

Sei es drum.

Für mich ist der Fall jetzt (hoffentlich) abgeschlossen.

LinuxMint und das Banshee-Amazon-Plugin – Update

Vor ein paar Minuten hat mir Clem einen Kommentar in meinen Blog hinterlassen, welcher mehr als nur ein wenig Licht in die ganze Sache bringt. Ich zitiere ihn hier mal komplett, damit man nicht in den Kommentaren danach suchen muss:

Gutten tag.. sorry, my German isn’t good at all :)

This post was brought to my attention by somebody on the IRC. I hope it’s ok for me to reply in English and give you some additional information so that you can be aware of what we’re doing.

I won’t be here often but if you need more info, don’t hesitate to contact me by email, or somebody at Linux Mint.

Ok, first let’s talk about the income: In November 2011, the income from Banshee represents $3.41. As you can see it’s insignificant. The reason we can tell how much it is, is because we took over that link (as you can see in the changelog).

Now, let’s talk about the beneficiaries of this income. I would like everyone to visit the following link (yes, the one from Banshee):

http://integrated-services.banshee.fm/amz/redirect.do/

As you can see it’s a broken link. Banshee does not use this link and they do not care about this income anymore (And we’ll probably do the same as them in the future).

Now, let’s explain why the patch and the changelog don’t say the same thing. The “upstream” component of our repositories is for packages we take from Ubuntu and modify for Linux Mint. This particular package comes with a patch which changes the Banshee URL with a Canonical URL. What we’re doing, in comparison to upstream (which for us means Ubuntu), is to modify this patch by replacing the Canonical URL with our own. So of course, in the end, the new patch still modifies the Banshee URL, but our change was to change the patch which itself changes that URL… if that makes sense. So, that’s why you see “Changed redirect URL Ubuntu’s Amazon store” in the changelog, because that’s exactly what we did.

Now, should we share the $3.41/month with Banshee? We could. With Ubuntu? Why not. They’re both upstream to us and they’re both important to us. If we agree with them on how to share, then it might happen, whether they keep control and share with us, or we keep control and share with them. What’s for sure though, is that for this kind of revenue, not a lot of time is going to be spent in negotiations.

I hope that brings some relevant info on the whole thing and that people can now make their mind on how outrageous and scandalous this whole secretive (hidden in a changelog!!! lol) banshee-gate really is :) )

Der wichtigste Punkt an der ganzen Sache ist vor allem der Fakt, dass die ursprüngliche Affiliate-URL des Banshee-Projekts gar nicht mehr funktioniert, Einnahmen darüber also erst gar nicht erzeugt werden können.

Ich kann jetzt nur spekulieren warum die URL tot ist, aber es wirft ein ganz anderes Bild auf die Änderung seitens Clem und die damalige Diskussion über das Verhalten Canonicals. Vielleicht sind die Einnahmen über Canonical im Vergleich zum ursprünglichen Link soviel höher, dass die Entwickler von Banshee beschlossen haben ihren Affiliate-Link aufzugeben. Vielleicht sind die Einnahmen aber generell so niedrig, dass der Aufwand sich erst nicht mehr lohnt.

Egal wie die Gründe lauten, ich muss man an dieser Stelle offiziell bei Clem für meinen ersten Artikel entschuldigen und vor allem dafür, dass ich ihn ungerechtfertigterweise für etwas angegangen habe, dessen Hintergrund ich nicht kannte.

Zwar bleibt meine Meinung bestehen, dass Clem die Änderung besser öffentlich dokumentiert hätte (Wie er es sonst auch immer macht) um eine solche Diskussion von vornherein zu vermeiden, trotzdem ist an dieser Stelle eine öffentliche Entschuldigung angebracht:

Sorry Clem, i hope i haven’t caused you any trouble. Next time i will contact you before writing and posting such an article.